XRechnung erstellen: Anleitung, Werkzeuge und die typischen Fehler
Wie Sie eine gültige XRechnung erstellen – mit Rechnungsprogramm, Generator oder Bibliothek – welche Felder Behörden verlangen, wie Sie gegen den KoSIT-Validator prüfen und wo die meisten Dateien scheitern.
Der Auftrag einer Behörde ist da, die Leistung erbracht, und in den Zahlungsbedingungen steht: „Rechnung als XRechnung über die OZG-RE". Für viele kleine Unternehmen ist das die erste Begegnung mit dem Format – und der Moment, in dem Word nicht mehr hilft. Dieser Artikel zeigt, wie Sie eine gültige XRechnung erstellen, welche Angaben Behörden zusätzlich verlangen, wie Sie die Datei vor dem Einreichen prüfen und wo die meisten Versuche scheitern.
Was eine XRechnung enthalten muss
Eine XRechnung ist eine XML-Datei nach der Spezifikation der KoSIT, aktuell Version 3.0, in UBL- oder CII-Syntax. Sie enthält alle Pflichtangaben des § 14 UStG als strukturierte Felder plus die Zusatzfelder der EN 16931. Bei Behördenrechnungen kommen dazu:
- Leitweg-ID des Empfängers (BT-10) – ohne sie keine Zustellung
- Bestell- oder Vergabenummer (BT-13), wenn die Behörde eine vorgibt
- E-Mail-Adresse oder elektronische Adresse von Aussteller (BT-34) und Empfänger (BT-49)
- Zahlungsbedingungen (BT-20) oder Fälligkeitsdatum (BT-9)
- Bankverbindung des Ausstellers (BG-17) für die Überweisung
- Ansprechpartner beim Aussteller (BT-41 bis BT-43) mit Telefon und E-Mail
Fehlt eines dieser Felder, weist der Validator die Datei ab – und die OZG-RE ebenfalls. Was die XRechnung insgesamt ist, steht im Leitfaden XRechnung.
Weg 1: Rechnungsprogramm mit XRechnung-Ausgabe
Für alle, die mehr als einmal im Jahr an Behörden fakturieren. Sie hinterlegen beim Kunden die Leitweg-ID und die Bestellnummer, schreiben die Rechnung wie gewohnt, und das Programm erzeugt die XRechnung. Ein gutes Programm prüft die Datei vor dem Speichern gegen den KoSIT-Validator und sagt Ihnen, welches Feld fehlt.
Worauf Sie achten sollten:
- Aktuelle Version: XRechnung 3.0.x. Die KoSIT veröffentlicht mehrmals im Jahr Aktualisierungen, nicht immer im gleichen Abstand; das Programm muss mitziehen.
- Leitweg-ID beim Kunden, nicht je Rechnung eingetippt.
- Validierung eingebaut, nicht als Extra-Schritt.
- ZUGFeRD gleich mit, damit Sie für nicht-behördliche Kunden nicht umschalten müssen.
Wie Sie ein Programm auf diese Punkte testen, steht im Artikel E-Rechnung-Software.
Weg 2: Online-Generator
Für die eine Behördenrechnung im Jahr: Formular ausfüllen, XML herunterladen, in der OZG-RE hochladen. Kostenlos, ohne Registrierung. Achten Sie darauf, dass der Generator XRechnung 3.0 erzeugt und ein Feld für die Leitweg-ID hat. Was fehlt: Kundenstamm, Nummernkreis, Archiv, Storno. Die Rechnungsnummer vergeben Sie selbst und tragen die Verantwortung für Lücken und Doppelungen.
Weg 3: Bibliothek für eigene Software
Entwickler nutzen Bibliotheken wie Mustangproject (Java, erzeugt XRechnung und ZUGFeRD), XRechnung-Bibliotheken für .NET oder generische UBL-Generatoren, und validieren mit dem KoSIT-Validator im Build. Der Aufwand liegt in der Befüllung: eine dreistellige Zahl an Geschäftsregeln muss erfüllt sein, und die Codelisten (Steuerkategorien, Mengeneinheiten, Zahlungsmittel) sind nicht intuitiv.
XRechnung aus PDF erstellen?
„XRechnung erstellen aus PDF" ist eine häufige Suche mit einer klaren Antwort: nicht zuverlässig. Eine PDF enthält die Daten nicht strukturiert; ein Werkzeug müsste sie per Texterkennung raten. Bei einer Behördenrechnung mit Leitweg-ID und Bestellnummer ist jeder Erkennungsfehler eine Ablehnung. Der sichere Weg: Daten erfassen, XRechnung erzeugen. Mehr im Artikel PDF in E-Rechnung umwandeln.
Schritt für Schritt: die erste XRechnung an eine Behörde
- Leitweg-ID erfragen. Sie steht in der Bestellung oder im Vertrag; sonst bei der Behörde nachfragen. Ohne sie geht nichts.
- Bestellnummer und Ansprechpartner der Behörde notieren – beides gehört in die Rechnung.
- Eigene Daten prüfen: Steuernummer oder USt-IdNr., E-Mail, Telefon, Bankverbindung. Alles Pflicht.
- Rechnung erstellen mit Ihrem Programm oder Generator, Format XRechnung 3.0.
- Validieren – im Programm automatisch oder mit dem KoSIT-Validator bzw. dem ELSTER-Viewer.
- Einreichen über den Weg, den die Behörde vorgibt: die OZG-RE (sie hat die frühere ZRE seit dem 19.09.2025 abgelöst), ein Landesportal oder Peppol. Für die OZG-RE brauchen Sie einmalig eine Registrierung.
- Datei aufbewahren – die XML, nicht einen Ausdruck, 8 Jahre.
Welche Portale es gibt und wie die Einreichung funktioniert, steht im Artikel XRechnung an Behörden.
Die typischen Fehler
Leitweg-ID im falschen Feld. Sie gehört in BT-10 „Buyer reference", nicht in die Bestellnummer oder den Freitext.
Prüfziffer der Leitweg-ID falsch. Ein Tippfehler, und die Zustellung scheitert. Kopieren, nicht abtippen.
Steuerkategorie falsch. Kleinunternehmer mit S und 0 % statt E; Reverse Charge ohne AE. Der Validator meldet einen Regelverstoß.
Mengeneinheit als Text. „Stunde" statt Code HUR, „Stück" statt H87. Die Codeliste UN/ECE Rec. 20 ist Pflicht.
Kein Ansprechpartner beim Aussteller. Bei Behördenrechnungen Pflicht, auf Papierrechnungen ungewohnt.
Veraltete Version. Die Datei deklariert XRechnung 2.3; das Portal akzeptiert nur noch 3.x.
PDF statt XML eingereicht. Die XRechnung ist die XML-Datei. Ein Ausdruck oder eine „Vorschau-PDF" ist keine.
Prüfen vor dem Einreichen
Der KoSIT-Validator ist die Referenz: Was er durchlässt, nehmen die Portale an. Er ist ein Java-Programm für die Kommandozeile und richtet sich an Software-Anbieter; für Anwender ist er umständlich. Praktischer: Ein Rechnungsprogramm, das ihn eingebaut hat, oder ein Schnelltest im ELSTER E-Rechnungs-Viewer, der formale Fehler anzeigt. Mehr im Artikel XRechnung-Validator.
Kostenlos oder bezahlt?
Ein Generator reicht für die eine Rechnung im Jahr. Wer regelmäßig an Behörden fakturiert oder ohnehin ein Rechnungsprogramm sucht, nimmt eines, das XRechnung und ZUGFeRD zusammen erzeugt – ab 6 bis 10 Euro im Monat. Der Unterschied zeigt sich beim zweiten Behördenkunden: Leitweg-ID hinterlegt, Rechnung schreiben, festschreiben, fertig.
XRechnung an Behörden – mit einem Klick, KoSIT-validiert
Leitweg-ID beim Kunden hinterlegen, Rechnung schreiben, festschreiben. Pennio erzeugt die XRechnung 3.0 mit allen Pflichtfeldern, prüft sie gegen den KoSIT-Validator und legt ZUGFeRD-PDF und XML im Archiv ab.
Keine Kreditkarte nötig
Häufige Fragen
Kann ich eine XRechnung kostenlos erstellen?
Kann ich eine XRechnung aus einer PDF erstellen?
Woher bekomme ich die Leitweg-ID?
Wie reiche ich eine XRechnung bei einer Bundesbehörde ein?
Wie prüfe ich meine XRechnung vor dem Versand?
Muss ich als Kleinunternehmer XRechnungen an Behörden stellen?
Quellen und Rechtsstand
Stand: September 2026. Geprüft gegen die genannten Primärquellen in der zu diesem Zeitpunkt gültigen Fassung.
- § 14 UStG – Pflichtangaben einer Rechnung (Abs. 4)
- § 14b UStG – Aufbewahrungspflicht, 8 Jahre
- § 34a UStDV – Rechnungsangaben für Kleinunternehmer, keine B2B-Beschränkung
- § 3 E-Rechnungsverordnung (ERechV) – Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung seit 27.11.2020, Ausnahmen
- § 4 E-Rechnungsverordnung (ERechV) – Datenaustauschstandard XRechnung, Ablehnung bei fehlender Zuordnung
- § 5 E-Rechnungsverordnung (ERechV) – Pflichtangaben Leitweg-ID, Bankverbindung, Zahlungsbedingungen, Bestellnummer
- Beschaffungsamt des BMI: Zusammenführung der Plattformen ZRE und OZG-RE – ZRE seit 19.09.2025 abgeschaltet, Einreichung nur noch über OZG-RE
- XRechnung-Spezifikation 3.0.2 (KoSIT) – Version, Syntaxen UBL/CII, Geschäftsregeln BR-DE-…, Steuerkategorien
- Leitweg-ID Format-Spezifikation Version 2.0.2 (KoSIT) – Aufbau, Prüfziffer, BT-10
Die Pennio Redaktion schreibt über E-Rechnung, Rechnungsstellung und Umsatzsteuerrecht. Grundlage sind die aktuellen Gesetzestexte, die Norm EN 16931, die Spezifikationen von XRechnung und ZUGFeRD sowie die Veröffentlichungen des Bundesfinanzministeriums. Wir bauen selbst E-Rechnungs-Software und prüfen jede Aussage an den offiziellen Validatoren.
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